
von Jutta Langhoff
MOERS Chormusik in Perfektion, dazu zwei tolle Talente an der Violine, eine wunderbare Harfenistin, sowie eine beeindruckende, junge Sopranistin und ein gutes Kammerorchester, mehr konnten die rund 250 Besucher der Moerser Stadtkirche am Samstag wahrlich nicht wünschen. Dort präsentierte sich an diesem Abend das Niederrheinische Kammerorchester Moers unter seinem Leiter Philip van Buren gemeinsam mit dem tschechischem Chor „Decin“ unter der Leitung von Dr. Jiri Holubec in einem mehr als zweistündigen Konzert unter anderem mit Werken von Johann Sebastian Bach, Anton Bruckner und Antonio Vivaldi., aber auch mit Stücken moderner Komponisten wie Henk Badings, Zdenek Lukas und Leos Janacek.
Dabei machte nicht nur das gastgebende Moerser Kammerorchester und der Gastchor aus der Tschechei, sondern auch die Auftritte von 4 jungen, heimischen Solisten den Abend zu einem musikalischen Erlebnis. So beeindruckten bereits zum Auftakt die beiden Violinsolisten Kayako Bruckmann und Roland Stuers die Besucher mit ihrem großen Können und ihrem hingebungsvoll konzentrierten Spiel.
Die heute 23-jährige Kayako Bruckmann bestand schon 4 Jahre vor Ende der Schulzeit die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule in Dresden und erhielt 2004 ein Stipendium der Inteternational Acadamey of Arts. Und der ein Jahr jüngere, aus Tönisforst stammende Roland Stuers begann bereits als Neunjähriger mit dem Geigenunterricht und studiert inzwischen an der Hochschule für Musik in Köln. Beide spielen auch im Niederrheinischen Kammerorchester mit. Ebenso beeindruckend war auch die erst 19-jähirge Moerser Sopranistin Anja Elisabeth Kiel, die an diesem Samstag mit der in Amerika geborenen, italienischen Harfenistin Nora Baldini und dem Kantor Ulrich Stuers an der Orgel in dem Chorstück „Otcenás“ (Vater unser) des 1928 verstorbenen tschechischen Komponisten Leos Janácek zu hören war.
Sakrale Stücke
Der eigentliche Star des Abends war jedoch eindeutig der Chor „Decin“. Er wurde bereits vor 25 Jahren gegründet, verfügt über 18 Sopran-, 16 Alt-, 12 Tenor-, und 12 Bassstimmen und wird seit 1993 von dem Musikhochschullehrer Dr. Jirí Holubec geleitet. Neben dem bereits erwähnten „Octcenás“ von Leos Jánacek sang der Chor an diesem Abend noch andere sakrale Musikstücke, darunter zum Beispiel die drei ausdrucksstarken Stücke „Gloria“, „Sanctus“ und „Benedictus“ von Josef Rihas, bei deren Vortrag die Sänger und Sängerinnen einmal mehr ihre hohe stimmliche Qualität und ihre intensive und variantenreiche Vortagsweise unter Beweis stellten.