
NRZ
Kammerorchester und Solisten boten gefühlsstarke Klassik-Mischung zum Auftakt der städtischen Konzerte.
Vielfältig wie das Leben selbst mit all seinen Nuancen gestaltete sich das Konzert-Programm des Niederrheinischen Kammerorchesters als Auftakt der städtischen Konzert-Reihe 2007/2008. Beim Herbstkonzert wurden im Kulturzentrum Rheinkamp aufregende, wie heitere und traurige Werke von Sibelius, Brahms und Beethoven präsentiert.
Diese von der Stadt und der Kulturstiftung der Sparkasse am Niederrhein geförderten musikalischen Highlights haben stets ihre treuen Liebhaber. Die Musik leitete das Publikum durch Höhen und Tiefen, Freundschaft, Feindschaft und Versöhnung, Licht und Schatten, Sturm, Gewitter und wieder Sonnenschein.
Den Auftakt machte eine der bekanntesten Kompositionen des Finnen Jean Sibelius. „Valse triste" (der traurige Walzer) - ein Klassiker nordischer Melancholie und weltberühmtes Konzertstück - ist eine der sechs Bühnenmusiken zu „Kuolema" (der Tod), einem Schauspiel von Arvid Järnefelts. Nach wenigen Minuten war die Untermalung zur Unausweichlichkeit des Todes viel zu schnell verklungen. Die Musiker des NKM unter der Leitung von Philip van Buren interpretierten schnörkellos schmachtendes skandinavisches Sentiment Feinfühlig entwickelten sie die Ernsthaftigkeit des Todes einerseits und die tänzerische Leichtigkeit eines Walzers andererseits.
Viel Applaus ernteten auch die großartigen Solisten beim Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester in a-Moll, Op. 102 von Johannes Brahms. Allan Bergius am Violoncello und der Geiger Fabian Kircher meisterten die musikalische Herausforderung mit Bravour.
Nach der Pause kam das Meisterstück Beethovenscher Naturliebe, die 6. Symphonie, F-Dur, Op. 68. Durch Vogelstimmen-Imitation und Gewitter-Malerei entstand musikalisch eine tonmalerische Szenerie. "mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei", so Beethoven einst.